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Martorell, 27/09/2016. -Wir sehen zwei Techniker, die Oculus Virtual-Reality-Brillen tragen, in einem grossen, leeren Raum. Einer trägt Handschuhe, der andere bedient die Steuerung. Einer greift nach etwas in der Luft, der andere kniet nieder und beide gehen im Kreis herum. Wir können es nicht sehen, aber sie prüfen ein Auto, das in wenigen Tagen am Salon Paris ausgestellt wird. «Was meinst du zum neuen Radtyp?» «Ist gut, perfekt», sind sie sich einig.

Genau wie in der Medizin, in der Wissenschaft oder bei Videospielen, ist Virtual Reality auch in der Automobilindustrie ein wichtiger Faktor. SEAT nutzt diese Technologie bereits seit 20 Jahren: «Sie hilft uns, unsere Produktionsprozesse zu optimieren und das Produkt, das wir bauen, genau zu visualisieren», sagt  Javier Díaz, Chef des SEAT Prototypen-Zentrums. Konkret hat diese Technologie die Zeit für unseren Prototypenbau um 30% verkürzt.


Der Unterschied ist also bedeutend. Früher brauchten wir mehr als 10 Meter lange Tische zum Ausbreiten der Pläne, zahllose Listen von Teilen und Monate an Arbeit. Doch jetzt, dank Virtual Reality, benötigen wir einen einzigen Computer, um das ganze Auto zu visualisieren, und können Änderungen viel schneller vornehmen.

Diese Technologie hat die Zahl der notwendigen Protypen halbiert, die wir vor der Lancierung eines neuen Modells bauen. Die Optimierung der Zeit und weiterer Ressourcen wirkt sich auch auf die Kunden positiv aus – nicht nur in der Fertigungsqualität des Autos, sondern letzlich auch im Preis.

Ein gutes Beispiel ist der neue SEAT Ateca, bei dem der gesamte Prozess mit Virtual Reality begleitet wurde. «In den drei Jahren zwischen den ersten Bildern und der Lancierung des Autos analysierten wir jeden Zentimeter und konnten  zahlreiche Verbesserungen vornehmen, darunter mehr als 800 in der virtuellen Phase», fügt Javier an.

Die zwei SEAT Techniker nehmen ihre Brillen ab. Im Moment ist das Auto noch ein vertrauliches Projekt. Wir anderen müssen warten, bis wir das reale Auto am bevorstehenden Salon Paris zu Gesicht bekommen.