Das Präsidium des Aufsichtsrates der Volkswagen AG hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 23.09.2015, die Vorgänge in Zu-sammenhang mit der Manipulation von Abgaswerten bei Dieselmotoren des VW Konzerns eingehend beraten und ist zu folgenden Feststellungen gelangt:

1. Das Präsidium nimmt die Vorgänge mit grosser Betroffenheit zur Kenntnis. Seine Mit glieder sind sich nicht nur des eingetretenen wirtschaftlichen Schadens bewusst, sondern vor allen Dingen auch des Verlustes an Ver trauen bei vielen Kunden weltweit.

2. Die Mitglieder des Präsidiums sind sich darin einig, dass mit aller Entschlossenheit die Vorgänge aufgeklärt werden und dafür Sorge getragen wird, dass Verfehlungen geahndet werden. Zugleich sind die Mitglieder des Prä-sidiums entschlossen, dafür Sorge zu tragen, dass ein glaubwürdiger Neuanfang mit aller Entschiedenheit angepackt wird.

3. Mit grossem Respekt haben die Mitglieder des Präsidiums das Angebot des Vorstands vorsitzenden, Professor Dr. Martin Winter-korn, zur Kenntnis genommen, von seinem Amt zurückzutreten und um eine Aufhebung des Vertrages zu bitten. Die Mitglieder des Präsidiums stellen fest, dass Herr Professor Dr. Winterkorn keine Kenntnis hatte von der Manipulation von Abgaswerten. Seine Bereit-schaft, die Verantwortung zu übernehmen und damit ein deutliches Signal in das Unternehmen hinein und nach aussen zu senden, wird von dem Präsidium mit grösster Hochachtung zur Kenntnis genommen. Herr Professor Dr. Winterkorn hat sich um Volkswagen unschätzbare Verdienste erworben. Mit seinem Namen ist der Aufstieg des Unternehmens zu einem Weltkonzern verbunden. Die Mitglieder des Präsidiums danken Herrn Professor Dr. Winterkorn für seine überragende Leistung in den vergangenen Jahrzehnten und für die Bereitschaft in der derzeit kritischen Situation Verantwortung zu übernehmen. Diese Einstellung ist beispielhaft.

4. Vorschläge zu personellen Neubesetzungen werden bis zur Sitzung des Aufsichtsrates am kommenden Freitag vorliegen.

5. Die Mitglieder des Präsidiums erwarten in den nächsten Tagen weitere personelle Kon-sequenzen. Die konzerninternen Untersu-chungen laufen derzeit auf Hochtouren. Alle Beteiligten an diesen Vorgängen, die einen unermesslichen Schaden für Volkswagen an-gerichtet haben, werden mit aller Konsequenz belangt.

6. Die Mitglieder des Präsidiums haben be-schlossen, durch das Unternehmen Strafan-zeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Braunschweig zu erheben. Es steht nach An-sicht des Präsidiums fest, dass es zu Unre-gelmässigkeiten gekommen ist, die auch straf-rechtlich relevant sein können. Die Ermittlun-gen der Staatsanwaltschaft werden seitens des Volkswagen Konzerns in aller Form unterstützt.

7. Die Mitglieder des Präsidiums schlagen dem Aufsichtsrat der Volkswagen AG vor, einen Sonderausschuss zu bilden, unter dessen Leitung die weitere Aufklärung erfolgen wird sowie die notwendigen Konsequenzen vorbereitet werden. Der Sonderausschuss wird sich hierzu externer Beratung bedienen. Nähere Einzelheiten hierzu sollen in der Auf-sichtsratssitzung am Freitag entschieden wer-den.

8. Den Mitgliedern des Präsidiums ist be-wusst, dass es sich bei der Bewältigung der entstandenen Vertrauenskrise um eine länger-fristige Aufgabe handelt, die hohe Konse-quenz und einen langen Atem erfordert.

9. Die Mitglieder des Präsidiums werden sich gemeinsam mit der Belegschaft und dem Vor-stand dieser Aufgabe engagiert stellen. Volkswagen ist ein grossartiges Unternehmen, das auf der Leistung von Hunderttausenden Menschen beruht. Wir betrachten es als unsere Aufgabe, dass dieses Unternehmen in jeder Hinsicht wieder das Vertrauen seiner Kunden zurückgewinnt.