SEAT-Vorstandsvorsitzender Luca de Meo hat am 11. April 2018 den 6. GASNAM-Kongress in Madrid eröffnet, an dem ebenfalls der GASNAM-Präsident José Ramón Freire, die Staatssekretärin für Industrie und KMUs  Begoña Cristeto und der portugiesische Staatsekretär für Energie Jorge Seguro Sanches teilnahmen.

 

Luca de Meo at the GASNAM Congress

„Wir müssen die Infrastruktur ausbauen und uns allen der Herausforderung stellen, 300 Gastankstellen in Spanien bis 2020 zu errichten“, so der SEAT-Vorstandsvorsitzende.

In seiner Eröffnungsrede betonte Luca de Meo die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit der spanischen Industrie, sich den neuen Herausforderungen wie urbane Mobilität und der zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien zu stellen. Genau zu diesem Thema bekräftigte de Meo, dass  „mit Erdgas betriebene Fahrzeuge sowohl für die Automobilindustrie als auch für die Gaswirtschaft enorme Geschäftspotenziale bieten“

Innerhalb des Volkswagen-Konzerns positionierte sich SEAT als führende Marke für die Entwicklungsstrategie von mit komprimiertem Erdgas betriebenen Fahrzeugen (CNG). So kündigte der SEAT-Vorstandsvorsitzende an, dass das Technologiezentrum von SEAT, in dem über 1000 Ingenieure tätig sind, für den Volkswagen-Konzern die CNG-Technologie noch weiter vorantreiben wird. Erklärtes Ziel sei es, sich als Technologiezentrum von internationalem Rang zu etablieren: „Wir möchten dieser Technologie den Stempel „Made in Spain“ aufdrücken und sind davon überzeugt, dass unsere Pionierleistung von Erfolg gekrönt sein wird.“

De Meo beschrieb diese Energie als „nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen und Elektrofahrzeugen.“ Er betonte, dass Kunden eine grössere Reichweite und die Möglichkeit haben möchten, dass ihr Fahrzeug schnell aufgetankt werden kann, während sie bei der Arbeit oder zu Hause sind. „Kurz gesagt, sie wünschen sich einen einfachen und ökonomischen Prozess.“

 

„Die gute Sache der CNG-Technologie sei, dass sie bereits existiert.“ Dies bedeute, dass „keine größeren Investitionen erforderlich sind, um sie auf breiter Basis den Kunden zugänglich zu machen“, so de Meo weiter. Grösste Pluspunkte seien die schnelle Tankzeit, die saubere Technologie und die Kosten, die denen von Benzin- und Dieselfahrzeugen entsprechen. Daher „sei CNG nicht nur eine Brückentechnologie, sondern eine echte langfristige Alternative.“

Vor hochrangigen Vertretern der Gasindustrie unterstrich Luca de Meo den doppelten ÖKO-Vorteil dieser Fahrzeuge. Sie seien sowohl ÖKOlogisch als auch ÖKOnomisch, da die weltweiten Gasvorkommen den Bedarf für Hunderte von Jahren abdecken.

Ausserdem machte er deutlich, dass – ausgehend von einer Million effizienter CNG-Fahrzeuge  – der jährliche CO2-Ausstoss um 1,2 Millionen Tonnen gesenkt werden könne. Dies entspreche einer Komplettbepflanzung Madrids mit Bäumen. „Darüber hinaus könne jeder Besitzer eines CNG-Fahrzeugs von Einsparungen zwischen 750 und 1100 Franken pro Jahr profitieren.

„Für diese Fahrzeuge, Transporter oder Lkw ist keine weitere technologische Entwicklung erforderlich, sie sind bereits zuverlässig, sicher, extrem kostengünstig, bequem und sehr praktisch. Sie haben eine grössere Reichweite als andere Antriebe. Ihre Nutzung lässt sich besser an die jeweiligen Bedingungen als die anderer Technologien anpassen. Sie eignen sich sowohl für den Stadtverkehr als auch für Mittel- oder Langstrecken“, unterstrich er.

 

Bei der Betankung mit komprimiertem Erdgas werden Einsparungen von 55 Prozent im Vergleich zu Benzinfahrzeugen und von 30 Prozent im Vergleich zu Dieselfahrzeugen erzielt.

Luca de Meo führte noch weitere Vorteile auf: So sind CNG-Fahrzeuge nicht von Fahrverboten betroffen, die bei der Überschreitung bestimmter Schadstoffwerte erlassen werden können. Sie punkten ebenfalls durch eine kurze Tankzeit von schätzungsweise drei Minuten. Im Unterhalt sind sie eine sehr kostengünstige Option, da sie im Vergleich zu Benzinfahrzeugen 55 Prozent und im Vergleich zu Dieselfahrzeugen 30 Prozent Einsparungen erzielen.

In Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmen bei der Entwicklung dieser Technologie wies der SEAT-Vorstandsvorsitzende darauf hin, dass die Zukunft von CNG „die Kooperation von Wettbewerbern, Institutionen und anderen Unternehmen erfordere, um CNG als Alternative zu Elektrofahrzeugen zu machen“.

„Es sei unerlässlich, dass wir in grossem Stil in den Ausbau des Tankstellennetzes investieren, weil es keinen Sinn macht, die Technologie und den Markt zu haben, aber keine Infrastruktur, die auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet ist“, forderte de Meo. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass SEAT mit verschiedenen Partnern zusammenarbeite und sich zum Ziel gesetzt habe, bis 2020 allein in Spanien 300 neue Gastankstellen zu errichten.

 

SEAT lead Volkswagen Group’s CNG technology push

SEAT ist Benchmark für CNG

SEAT begann sein Engagement für CNG mit der Einführung des Mii, des Leon TGI und des Ibiza mit dem erklärten Ziel, Marktführer für die Mobilität mit Erdgas, Biogas und künftigen synthetischen Treibstoffen zu werden. Tatsächlich kann SEAT heute europaweit und innerhalb des Volkswagen-Konzerns das größte Portfolio an CNG-Fahrzeugen vorweisen. Bis Ende 2018 wird SEAT ausserdem eine CNG-Version des Arona auf den Markt bringen, des weltweit einzigen CNG-SUV.

In Spanien konnte im bisherigen Jahresverlauf die Zahl der Zulassungen von CNG-Fahrzeugen um das Zehnfache gesteigert werden. Bis 2030 werden voraussichtlich eine Million gasbetriebener Fahrzeuge auf Spaniens Strassen und in Spaniens Städten unterwegs sein. Für SEAT „ist der spanische Markt hinsichtlich CNG-Technologie der zweitgrößte nach Italien.“ Dies wird auch anhand der Tatsache deutlich, dass SEAT bereits im ersten Quartal 2018 mehr als 900 gasbetriebene Fahrzeuge in Spanien verkauft hat, fast so viele wie im Gesamtjahr 2017.